Rund 80% der Schweizer Dächer sind für Solaranlagen geeignet. Dennoch gibt es Faktoren, die den Ertrag massgeblich beeinflussen. Hier die sieben wichtigsten Kriterien für Ihren Dach-Check.
Faktor 1: Dachausrichtung
Ein Sueddach liefert den maximalen Ertrag. Suedost/Suedwest erreichen rund 95%, Ost/West rund 80-85%. Eine Ost-West-Ausrichtung kann Vorteile haben, da die Produktion gleichmaessiger über den Tag verteilt ist – ideal für Haushalte mit morgens und abends hohem Verbrauch.
Faktor 2: Dachneigung
Optimal in der Schweiz: 25-35 Grad. Flachdächer können mit Aufständerung optimiert werden. Steilere Dächer liefern im Winter mehr, im Sommer weniger – über das Jahr gleicht sich das weitgehend aus.
Faktor 3: Verschattung
Bereits ein kleiner Schatten kann die Leistung der gesamten Modulreihe reduzieren. Typische Quellen: Baeume, Nachbargebaeude, Kamine, Dachgauben. Moderne Optimierer minimieren den Einfluss von Teilschatten erheblich.
Faktor 4: Verfügbare Dachfläche
Mindestens 20 m² für eine wirtschaftliche Anlage. Für eine 10-kWp-Anlage brauchen Sie rund 40 m². Von der Gesamtflaeche müssen Dachfenster, Kamine und Randabstaende abgezogen werden.
Faktor 5: Dachzustand
Das Dach sollte noch mindestens 20 Jahre halten. Bei anstehender Dachsanierung: beides kombinieren und doppelte Geruest-Kosten sparen.
Faktor 6: Statik
Module wiegen 10-15 kg/m². Die meisten Dächer tragen das problemlos. Bei aelteren Gebaeuden Statiker-Prüfung empfohlen.
Faktor 7: Dachtyp
Solaranlagen können auf fast jedem Dachtyp installiert werden: Ziegel, Blech, Flachdach. Bei Asbestdächern ist vorherige Sanierung zwingend. Denkmalgeschuetzte Gebaeude können mit Indach-Systemen ausgestattet werden.
Fazit
Die allermeisten Eigenheim-Dächer eignen sich. Selbst bei nicht optimalen Bedingungen kann eine Anlage wirtschaftlich sinnvoll sein. Starten Sie mit einem professionellen Solar-Check, der alle Faktoren berücksichtigt.
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Das Bundesamt für Energie stellt unter sonnendach.ch einen kostenlosen Solarkataster zur Verfügung, der für jedes Gebäude in der Schweiz das Solarpotenzial berechnet. Die Datenbank berücksichtigt Dachneigung, Ausrichtung, Verschattung durch umliegende Gebäude und Gelände sowie die lokale Sonneneinstrahlung. Geben Sie einfach Ihre Adresse ein und erhalten Sie eine erste Einschätzung, ob sich Ihr Dach für eine Photovoltaikanlage eignet. Die Resultate werden in Kategorien von sehr gut bis ungeeignet eingeteilt. Beachten Sie jedoch, dass der Solarkataster kleinere Hindernisse wie Kamine, Dachfenster oder einzelne Bäume nicht immer korrekt erfasst. Eine professionelle Vor-Ort-Analyse durch einen zertifizierten Solarinstallateur bleibt daher unverzichtbar für die definitive Planung und die Pronovo-Anmeldung. Der Solarkataster nutzt Laserscan-Daten des Bundesamtes für Landestopografie mit einer Genauigkeit von unter einem Meter und wird regelmässig aktualisiert.
Regionale Unterschiede der Sonneneinstrahlung in der Schweiz
Die Schweiz weist erhebliche regionale Unterschiede bei der Sonneneinstrahlung auf. Im Tessin und im Wallis erreichen südlich ausgerichtete Dächer jährlich bis zu 1500 kWh pro Quadratmeter, während das Mittelland auf rund 1100 bis 1200 kWh kommt. Selbst in der Nordwestschweiz und im Kanton Aargau lohnt sich eine Solaranlage wirtschaftlich, da die tiefere Einstrahlung durch günstigere Installationspreise und kantonale Zusatzförderungen kompensiert wird. Höhenlagen über 1000 Meter profitieren zudem vom Albedo-Effekt: Schneebedeckter Boden reflektiert Sonnenlicht auf die Module und erhöht den Winterertrag um bis zu 20 Prozent. Pro kWp installierter Leistung rechnen Sie je nach Standort mit 900 bis 1200 kWh Jahresertrag. Die EIV-Vergütung durch Pronovo bleibt für alle Regionen gleich hoch, was den Standortnachteil sonnenärmerer Gebiete zusätzlich ausgleicht.
Dachsanierung und Solaranlage kombinieren
Steht bei Ihrem Eigenheim ohnehin eine Dachsanierung an, ist dies der ideale Zeitpunkt für die Installation einer Solaranlage. Durch die Kombination sparen Sie die doppelten Gerüstkosten von CHF 2000 bis CHF 5000 und können bei einer Indach-Lösung sogar die Dacheindeckung durch Solarmodule ersetzen. Die Kosten für die Dachsanierung und die Solaranlage können in vielen Kantonen gemeinsam als energetische Sanierung steuerlich abgezogen werden. Einige Gemeinden bieten zusätzliche Zuschüsse für die Kombination von Dachsanierung und erneuerbarer Energieproduktion an. Planen Sie frühzeitig und holen Sie Offerten ein, die beide Arbeiten umfassen, denn viele Dachdecker arbeiten eng mit Solarinstallateuren zusammen und bieten attraktive Kombipreise an.
Förderprogramme für Solaranlagen auf dem Dach
In der Schweiz profitieren Eigenheimbesitzer von attraktiven Förderprogrammen. Die Einmalvergütung des Bundes über Pronovo deckt bis zu 30 Prozent der Investitionskosten. Zusätzlich bieten viele Kantone und Gemeinden eigene Zuschüsse an. In Zürich gibt es kantonale Zusatzförderungen von bis zu CHF 3000, der Kanton Bern gewährt Boni für besonders gut integrierte Dachanlagen. Die Förderanträge müssen vor Baubeginn eingereicht werden. Die Bearbeitungszeit beträgt aktuell 3 bis 6 Monate. Zusätzlich können Sie die Investitionskosten vollständig von der Einkommenssteuer abziehen, das spart je nach Steuersatz nochmals 20 bis 35 Prozent der Nettokosten.
Häufige Fragen zur Dacheignung für Solar
Wie alt darf mein Dach sein? Idealerweise sollte das Dach noch mindestens 20 Jahre halten. Bei älteren Dächern empfiehlt sich eine vorgängige Sanierung, damit Sie spätere Demontage- und Remontagekosten für die Solarmodule vermeiden.
Eignet sich ein Flachdach? Ja, Flachdächer eignen sich hervorragend für Solaranlagen. Die Module werden auf Aufständerungen in optimalem Winkel montiert. Der zusätzliche Platzbedarf wird durch die flexible Ausrichtung kompensiert, und die Wartung ist einfacher zugänglich.
Was passiert bei Schnee? Bei geneigten Dächern rutscht Schnee schnell ab. Auf Flachdächern schmilzt er durch die Eigenwärme der Module. Der Ertragsverlust im Winter ist minimal, da die Hauptproduktion zwischen März und Oktober stattfindet.